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GREENROOM: Let’s talk about Stadt- und Raumplanung

Um den Diskurs zum Thema Nachhaltigkeit um eine weitere Facette zu bereichern, lud der Ausschuss Nachhaltigkeit der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten (bAIK) am 17. Mai ins Erste Bank Event Center in der Wiener Innenstadt.


Vor vollem Haus debattierte Peter Huemer mit Architekten, Stadt- und Verkehrsplanern Modelle und Visionen für die nachhaltige Stadt. Peter Maydl, Vorsitzender des bAIK-Ausschusses Nachhaltigkeit, forderte langfristiges und nachhaltiges Denken auch in kurzfristige Entscheidungsprozesse einzubinden. Schließlich beginne Nachhaltigkeit schon lange vor dem Bauen, eben bei der Stadt- und Raumplanung. Rolf Messerschmidt, Büroleiter bei Joachim Eble Architektur, Tübingen, zeigte basierend auf den Ergebnissen des EU-Projekts eco city das dichte Geflecht an Anforderungen auf, die eine „Ökostadt“ zu erfüllen habe, darunter kurze Wege, eine multifunktionale dezentrale Infrastruktur, Nahwärmenetze, Grünzonen und nicht zuletzt die Partizipation der BürgerInnen. Prof. Hermann Knoflacher betonte, eine nachhaltige Stadt habe zuallererst für Fußgänger zu funktionieren: Eine Rückkehr zum menschlichen Maßstab sei notwendig. Auch Erich Raith von der TU Wien ordnete dem Verkehr eine Schlüsselrolle in der Nachhaltigkeitsdebatte zu, wenn auch unter anderen Vorzeichen: Mobilität gehöre zum Wesen des urbanen Lebens, das gleichermaßen Selektion bei der Wahl der sozialen Kontakte wie (erwünschte) Anonymität gewährleiste. Weitere Trends und Gegentrends in der Stadtentwicklung: Das „Haus am Land“ verliere an Status, Innenstadtlagen werden immer begehrter, begünstigt auch durch die demografische Entwicklung; gleichzeitig gebe es das Phänomen der „shrinking cities“. Zudem bedürfe es neuer Begrifflichkeiten – „Stadt“, „Land“ und „Dorf“ seien immer weniger in der Lage, die heutigen Realitäten zu umschreiben.

Bild: © B.Wolf